Piratenbabys und Schnupfen reloaded



Die Babymotte hat in der Zwischenzeit mächtig an ihrer Entwicklung gefeilt und ist – ich finde, es gibt immer so Abschnitte, wo du als Mama merkst „und jetzt ist er/sie wieder eine Stufe höher auf der Babyentwicklungsskala geklettert“ – nun bei den großen, lauten Babys angekommen. Sie hat die Zeit des bezaubernden Püppchen-Daseins hinter sich gelassen und zeigt laut und deutlich, dass ihr etwas gefällt, zieht da hin mit ihrem ganzen Körper und bewegt sich fort. In ihrem Fall also Rollen. Sieht witzig aus.

Seit einer Woche hat sie für ihr Einwärtsschielen (Strabismus) Augenpflaster bekommen, die sie jeweils zwei Tage hintereinander tragen muss. Der Hersteller Piratoplast bietet süsse Motive an, abgesehen davon, dass ich den Herstellernamen lustig finde, dachte ich so schon „Gut, dann haben wir jetzt also ein Piratenbaby“. Bisher macht sie es ganz gut mit, am entspanntesten geht das aufkleben, wenn sie noch schläft. Hihi, ich gebe zu, das ist nur ein bisschen gemein – aber es muss. Besser, als wenn das schlechtere Auge langfristig die Sehkraft verliert und gar kein räumliches Sehen möglich wäre. Bis auf weiteres bekommt Luna Sehfrühförderung, einen weiteren Termin in der Orthoptik an der Uniklinik haben wir Anfang Februar… bis dahin mal weiter“sehen“. (Achtung, Wortwitz 😆).

Was ich „noch schnell“ bloggen wollte: Wir sind ja so alte Onlineshopper, 95% des nichttäglichen Bedarfs liefert uns Amazo & Co. – Prime macht’s möglich.

Da die Motte und wir nun schon mehrere Wochen mit Schnupfen kämpfen und das Nase-Wischen echt antigeliebt wird, habe ich mich durchgerungen, einen Nasensauger-Aufsatz für den Staubsauger zu bestellen, nachdem 6xx von 7xx Bewertungen gut waren.

Heute der Livetest: Geräuschkulisse grausig (war zu erwarten), Sog wirkt Baby freundlich, an die verschnodderte Nase gehalten – zack, weg war der Schnodder. Ich war ganz erstaunt, den die Nasenlöcher wirkten wieder ungewohnt groß und „schwarz“ (also frei). Yay, die vage Investition von 21€ (ein krasser Preis für so ein bisschen Plastik…) hat sich gelohnt – wenn sie jetzt noch aufgrund günstiger Belüftungseffekte in den Nasennebenhöhlen den Schnupfen bald los wird, ist Mama klücklich 😊🍀

Alles Liebe an wer auch immer das gerade liest 💕

p.s.: Windelfrei läuft auch toll, zuhause Tag + Nacht ohne Windel, unterwegs gehen die Geschäfte meist in Klos, weil die Motte soo toll signalisiert – Bericht folgt.

Erkennen, was wirklich wichtig ist – Appschalten nicht vergessen.



Wir sind online. Immer. Zumindest, solange der Akku hält, was zumindest bei den meisten Menschen (ausser mir) der Fall ist, für die das An-die-Lade-hängen ihres Smartphones längst in Fleisch und Blut über gegangen ist. Auch mich begleitet das „Handy“ einen Großteil meines Tages, mit einem Griff bin ich informiert: Öffnungszeiten vom Schwimmbad, die nächste Bankfiliale, die beste Route zum Ikea, was ist bei den Freunden auf Facebook so Thema, wann kommt der Liebste heute heim und was wünscht er sich zu essen, ach, und unverzichtbar: der Online-Chefkoch fürs nächste Happihappi – ja sogar ein schneller Schnappschuss fürs Familienalbum (oder gar für meinen Blog 👍) sind flugs gemacht.

Bei dieser geballten Nützlichkeit gibts doch eigentlich nichts zu meckern, sollte man meinen. Ich habe auch wirklich kein Problem, wenn das Fensterphon mal wieder seine Akkukapazität vor Abbruch der Dunkelheit vergeudet hat und mich mit einem fröhlichen „Bis bald!“ meines Weges ziehen lässt.

Eins ist mir jedoch aufgefallen: Der Anteil an „weissem Rauschen“ ist gigantisch, aber gut versteckt in all den kleinen Ablenkungen, die schier unbemerkt Stunden vergehen lassen, ehe man wieder vom Display aufblickt und feststellt, dass man effektiv eigentlich gar nichts bewegt hat. Man hat zwar erfahren, wann das Schwimmbad auf hat („oh, heute nicht“), ist aber beim „kurz Facebook checken“ oder „eben [Name-einer-Boulevardzeitung-deiner-Wahl hier] überfliegen“ oder „…“ hängengeblieben.

Nachdem ich kurze Zeit im Mutterschutz war, hatte ich das Gefühl, das Handy könnte meinen Draht zur Außenwelt sicherstellen. Mich davor bewahren, von bösen Doppelflügelwäscheständern verhauen und Waschmaschinenbullaugen aufgefressen zu werden. Bis mir irgendwann klar wurde, je mehr ich am Handy „kurz schauen worüber andere reden“, desto mehr Zeit schien weg zu fliegen und am ende fühlte ich mich irgendwie unzufrieden, weil es einfach kein Ende gibt. Man kann seinen Senf zu den Posts abgeben, und ich tue das, wenn ich das Bedürfnis habe zu senden, immer sehr wohl bedacht und… naja, lang, kurz kann ich einfach nicht. Das heisst, man liest in seinen abonnierten Gruppen, oder random mäßig wie der Facebook Algorithmus es heute für richtig hält, und scrollt, und scrollt, und scrollt… es gibt kein Ende, man kennt das. Dann fühlt man sich bei einer Frage angesprochen, steckt ein wenig Hirnschmalz in eine Antwort, hofft, dem Thread Ersteller damit bestenfalls zu helfen oder so, und verfolgt (je nach Thema) die m.o.w. im Sekundentakt folgenden nachfolgenden Antworten. Bei mir zweifach, per email Benachrichtigung und per FB-App, die natürlich mit einem prominenten „Popp!“-Sound akustisch klarmacht, dass es weitere Reaktionen gibt. Mal nimmt man zur Kenntnis, dass der eigene, mit Herz verfasste Beitrag von ein paar anderen geliked wurde, aber oft auch nicht. Und dann, wie es bei Facebook so ist, nach ein paar Tagen versinkt erst der eigene Beitrag unter einer Flut von Kommentaren, dann weicht der eigentliche Post den zig Folgebeiträgen, und ist, samt zeitaufwendig erstelltem Antwortkommentar im Internet-Nirvana verschwunden. Und spätestens, wenn man sieht, wie sich mit dem nächsten Schwung neuer Mitglieder die gestellten Fragen zum x.ten Mal wiederholen, so, dass man schon gar keine Lust mehr hat, wieder eine individuelle, herzliche Antwort zu schreiben, wird einem klar, was „Social Media“ wirklich ist, wenn man nicht aufpasst: Ein Buzzword zum gemeinsam einsam sein, Isolation durch zuviel Integration an der falschen Stelle, man fürchtet tatsächlich, etwas „zu verpassen“, was man eigentlich gar nicht mit *erleben* kann.

Oft habe ich mir gedacht, wenn ich schon diesem drang habe, Texte zu verfassen und dort jenes Hirn, welchem ich noch habhaft bin, rein zu stecken, dann ist es doch schade um jeden Post, der im Facebook-Nirvana verschwindet. Denn ich meine jeden Kommentar auch so und lege Wert drauf, gut und sinnvoll zu schreiben. Warum ? Keine Ahnung, abba isso.

Darum musste der Blog her, ich hab sogar eine App für Windows Phone gefunden, die dass reine Posten in null Komma nix ermöglicht. Einen Beitrag die Woche, machbar. Mal ein paar Tage drüber, egal, weiter geschrieben, gefreut, gefragt, ob das überhaupt wer liest und beschlossen, dass es vor allem das Tagebuch meiner editorialen Leistungen sein soll. Bis der Tag kam, an dem ich meinen ellenlangen, voller Inbrunst geschriebenen Blogpost ans Appcrash-Nirvana verloren habe und mein Handy für den Tag entnervt in die ecke gepfeffert habe. Bam! Seitdem schreibe ich meine Posts lieber im Notizbuch vor, was aber irgendwie in meinem Kopf die Spontaneität hemmt und nun ein riesen Loch in meine Blog-Kontinuität gerissen hat. Posten? Nö, kein B(l)og. Aber geärgert hat es mich, denn mein Leben steht sich weiter, und viele der kleinen, charmanten Geschichten des Alltags, Sachen, die ich nächstes Jahr schon vergessen habe, haben ihren Weg nicht diese Art der Memoiren gefunden. Schade.

Naja, meine Erkenntnis aus der Sache: Ich schaffe mehr und habe mehr Bock, etwas zu unternehmen, wenn ich mein Smartphone eben öfter mal bewusst *nicht* in die Hand nehme. Einfach mal aus schalten. Die Facebook-App darf nicht mehr vibrieren, oder in meinen Info Center petzen, wer wie wo postet, auch auf meinem Startscreen habe ich die blaue Anzeige mit der Zahl dran bewusst aus dem Sichtfeld geschoben. Und es fühlt sich gut an. Mir fehlt nichts, im Gegenteil: Man wendet sich irgendwie bewusster denen zu, die wirklich da sind. In diesem Sinne – peace.

Vakuum – eine Luftleere, die es gar nicht gibt

Jap. Da simmer wieder. Dat is prihimaa. Nee, colonia passt jetzt so regional nicht in meine Ecke. Thema: Das Vakuum, die „Luftleere“, genauer gesagt, die Ermangelung an Blogposts für blogosphärisch ewige 19 Tage. Was war passiert ? Allgemeine Verunsicherungen, eine Untersuchung unserer Lunamaus in der Orthoptik-Abteilung der Uniklinik wegen ihres Nystagmus (Augenzittern), die eine Einweisung auf die Kinderstation für weitere Untersuchungen nach sich zog und irgendwie… der Anspruch an sich selbst, nur perfekte, fröhliche, sinnvolle (…)Inhalte zu posten, was letztlich den perfekten Wannenstopfen macht – zum Trockenblog sozusagen. Habe ich schon erwähnt, dass mich Wortkreationen zeitweise besonders erfreuen?

Mit den (19!) ins Land gezogenen Tagen gab es ein paar Erkenntnisse:

  • weder Hirn-Auffälligkeiten noch okulärer Albinismus sind Grund für den Nystagmus bei der 5 Monate alten Maus
  • Babys finden Magensonden legen mehr als scheiße
  • Das Essen im Uni Klinikum ist günstig und klasse (wer hätte damit gerechnet…)
  • Einen Blogpost über die wirklich wichtigen Dinge zu verfassen kann sich als eine erstaunlich tagfüllende Tätigkeit herausstellen
  • Die plötzliche und selektive Unnahbarkeit von Teenagern kann tiefe Wehmut hervorrufen *seufz*

Sehen wir es positiv: Viiiele Themen, um darüber auf diesem Blog zu sinnieren – ich bin sicher, einige von euch kennen ähnliches – freue mich über Eure Kommentare – auch gerne Bezugsquellen für Pubertäts-Rescue-Kits 😆
Hier noch ein paar Impressionen meiner Münster-Tour mit Sohni (fast 13 – *un*freiwillig, weil endlich neue Hosen fällig waren) und Lunababy (21 Wochen – kommt immer mit) – Extrablatt / American breakfast für 5,95€ *miamm* + Cafe Con Leche ❤ / Buchladen: Bestes Kapitel: „Die letzten 20 Minuten“ – mache nur die Dinge, die dir wirklich so wichtig sind, dass du sie *danach* erlebt wissen willst… kein schlechter Tipp für solch entscheidungsUNfreudige Menschen wie mich.

P.s.: Das Baby steht nicht absichtlich im Fokus, es hängt nur dauernd vor der Linse, wenn ich den Auslöser drücke. #babyaddict

Ins Wasser gefallen


Nach 4,5 Monaten war es endlich soweit: Der erste Schwimmbad Besuch stand an. Zusammen mit der grossen Schwester samt Freundin und Freund vom großen Bruder ging es in ein regionales Erlebnisbad, die Familienkarte für 1 Erw. + 3 Kinder schlug mit 27,80 € zu Buche, zzgl. 2,80€ fürs Baby. 💰😒💸

Dem Wellness-Bereich konnte ich allenfalls einen sehnsüchtigen Blick zuwerfen… ein königreich für einen Babysitter und freien Eintritt 😉

Der Bereich des Freizeitbades ist überschaubar und zentriert gehalten. Rechts und links führen Treppen zu Emporen mit Selbstverpflegungsbereich, welche im Vergleich zum direkt anrollenden Geräuschpegel beim Betreten des Bades gefühlt etwas mehr Ruhe bietet.

Adäquate Ausrüstung für alle Okkasionen 😉

Da auch oder gerade für Minimenschen geeignete Badekleidung vorgeschrieben ist, waren wir mit unserer Textilschwimmwindel natürlich vorbildlich ausgestattet. Der Beinumfang meiner Motte schloss inzwischen perfekt mit den Beinausschnitten ab, damit auch kein Windelinhalt im Schwimmbecken verteilt werden würde.

Hier zog ich unseren Windelfrei-Joker und machte mich auf die Suche nach der nächsten Toilette, um der Maus gelegentlich die Möglichkeit zum sauberen Pieseln und Poopen zu geben. Direkt am Eingang fand ich einen geräumigen Wickelraum mit Waschbecken und – wie ich erfreut feststellte – sogar mit einem Klo. Hier waren wir mehrfach zu Gast, ich falschrum mit Blick zum Spülkasten auf dem Lokus, das Mausemädchen zwischen meinen Beinen unter den Oberschenkeln haltend. Klo 5 : Windel 0 😊

Endlich konnte auch mein eigens für derartige Anlässe angeschafftes Badegadget, ein wassertauglicher, knallpinker Ringsling, zum Einsatz kommen, da das Menschenbaby natürlich und erst recht auch im lauten Schwimmbad ein Tragling ist. Und bevor die Maus noch aus der Hand glitscht 😆 (wie auch heraus stellte, passierte dies nicht, im Gegenteil, die praktischen Babyspeck-Rettungsringe gewährleisteten eine optimale Griffigkeit des 7kg-Babys.)

Der erste Wasserkontakt:
Ein bisschen skeptisch blickte das Babymädel drein, als ich mit ihr im Sling auf der Hüfte ins warme Wasser wate, um unsere schon früher angekommenen Freunde zu begrüßen.
Erst als ich sie unter Wasser aus dem Sling hole und nur ihr Kopf in meiner Hand liegt, beginnt sie im Wasser liegend wild zu strampeln und quietscht sichtlich vergnügt mit zahnlosem Grinsen vor sich hin. Experiment geglückt.

On sunday morning… Schlafmarathon im Wohnzimmer


5 Uhr in der Früh. Ich wache auf, weil mir irgendwie kalt ist. Als ich mich umschaue, stelle ich fest, dass ich immer noch im Wohnzimmer bin, wo ich gestern abend eingeschlafen bin. Hinter mir ein vertrautes Schnarchen, und vor mir, im Stubenwagen, schläft auch noch das Baby. Haben wir’s also alle nicht mehr nach oben geschafft. Ich mag es, im Wohnzimmer aufzuwachen, es ist dann ganz still hier und der Tag schickt von draussen sein Licht herein, manchmal zaubern auch einfallende Sonnenstrahlen diese besondere, andächtige Atmosphäre.
Apropos Baby: Thema durchschlafen, ich hab’s ja nie für möglich gehalten, dass ein Vollstillkind ein solch erwachsenenfreundliches Schlafmuster haben kann, aber: Tada hier kommt Luna – gestern um 21:30 eingeschlafen, um 7:30 Uhr dann das erste wackeln im Stubenwagen. (unnötig zu erwähnen, dass meine Brust fast geplatzt ist…) Das macht unglaubliche 10 Stunden ! Verrückt. Und was macht die kleine Maus direkt nach dem Aufwachen ? Erstmal aus vollstem Hals los lächeln. Sie ist wahrlich „die, die immer lacht“. 17 Wochen 6 Tage alt, total fröhlich und unkompliziert. Vor ein paar Tagen waren wir zur U4, [62cm, 6850g, 43cm Kopfumfang]. Fazit: Alles super ausser die Augen. Hier wurde ein Nystagmus (Augen zittern) festgestellt, vor allem, wenn sie Sachen fixiert, was sie auch weniger tut als andere Babys, ist mein Eindruck. Am Dienstag werden wir beim Augenarzt hoffentlich näheres erfahren. Aber bis dahin versuche ich mich nicht verrückt zu machen (habe nur „kurz“ gegoogelt). Erstmal nen Kaffee ☕😍

Einen schönen Sonntag an alle, die das lesen 🙋

Indoor-Irrsinn


Na toll, Regen. So einer der langen, plästernden Art, der einen schon durch seine monotone Konstanz deutlich macht, dass er heute nichts anderes vor hat, als eben – zu regnen.

Meine Idee, nun mal mit dem gut im Futter liegenden Stillbaby, was endlich in die Aquanappies passt, und in Besitz eines wassertauglichen RingSlings, wird gnadenlos abgeschmettert mit einem bettelnden „Mamaaaaa, fahren wir mit Rieke in den Indoorspielplatz ?!“

Nun gut, stand auf meiner Familien-ToDo&possible-Liste, also ok. Um kurz nach 5 kommen wir also an, und schon an der Parkplatzbelegung lässt sich ablesen, dass wir nicht als einzige auf diese glorreiche Idee gekommen sind.

Erfreut nehme ich beim Einparken zur Kenntnis, dass einige Vorzeigefamilien sich schon wieder auf den Heimweg machen – denn um 18 Uhr gibt es in geordneten deutschen Familien ja Abendessen. (wir sind da eher der flexible Typ)

Beim Betreten der Halle wird meine Hoffnung auf einen halbwegs angenehmen Geräuschpegel jäh enttäuscht, zähneknirschend bezahle ich den Eintritt von 17,50€ für einen Erwachsenen und zwei Kinder Ü2. Immerhin darf ich das Baby noch kostenlos mit schleppen.

Zu allem Übel habe ich auch vergessen, eine Tragehilfe mit zu nehmen.😪 (Memo an mich selbst: Aquasling endlich im Auto deponieren!)

Das Lunababy schaut derweil, wo wir nun schon wieder gelandet sind. Sicher wundert auch sie sich über den Geräuschpegel, der hier vorherrscht.

Wir ergattern einen Tisch irgendwo in der Mitte der Halle, akustisch wahrscheinlich das Sahnehäubchen unter den 5.1 Surround Sound Plätzen. Die Mädels flitzen schneller ab, als ich „Stoppersocken anziehen“ sagen kann und lassen mich mit der Babymaus zurück. Here we go. Nach der symbolischen Reservierung des Tisches mit unseren Getränken entscheide ich, dem in eine WWWindel drapierte Lunamädchen erstmal eine Pinkelgelegenheit anzubieten, welche sie nach kurzer Akkumulationszeit auch annimmt. Wir wechseln auf eine Stoffie, immerhin werde ich hier nichts weiter zu tun haben, als mein Baby zu hüten und ab und zu mal nen Euro an die Mädels abzudrücken – da kann ich auch direkt auf ihre Ausscheidungssignale achten und zwischendurch mal Abhalten gehen.

Es sind mehrere Mamas mit Babys hier, eine trägt ihr etwa gleich alles Baby in einer Manduca. *neid* Ein Königreich für eine Tragehilfe… mir bleiben nur meine arme und die Hüfte. Funktioniert aber auch. Mein Highlight wird wohl folgendes: Ein lauwarmer Laffee in einen Papp Becher – solo von leche natürlich 😉

The flash… es lebt.



Durch die ganze Nacht hindurch hat es uns begleitet, mit viel Tamtam, wahlweise mal mit Regen oder auch ohne, hier mal ein Grollen, da mal ein Blitz. Naja, bis Einlass war in der Himmelsdisco und das gigantische Stroboskop da oben im Millisekundentakt blitze raus gejagt hat. Wundert mich nicht, wenn solche Wettererscheinungen Epilepsie-Anfälle provozieren können (So, wie in Videospielen davor gewarnt wird). Also erstmal die Rolladen bei den Kindern herunter gelassen, die Helligkeit im Raum kam einem „An-Aus“ Spiel mit dem Lichtschalter gleich… Bis in die Morgenstunden hat es mich immer mal wieder wach gemacht, und, was soll ich sagen – es grummelt immer noch…

happy Donnerstag 😆

Einen kleinen Nacht-Schnappschuss hab ich ergattern können mit meinem Schlauphon, aber seht selbst…

Wir sind doch alle irgendwie Affen…


Der Grosse (12j.) hat ja schon lange gequengelt, dass wir klettern gehen sollen. Aber irgendwie hab es immer Gründe, es gerade nicht zu tun, man kennt das ja… Zum Beispiel mein wachsender Babybauch, die kaputten Kniegelenke von Papa, kein Bock usw.

Bis nun vor ein paar Tagen die Mittlere (9j.) spontan mit ihrer Freundin und Familie klettern war, der Grosse war natürlich begeistert und sah seine Chance, das Event endlich einzufordern.

Gesagt, getan, was soll ich sagen, Experiment „Klettern gehen“ mit 5-köpfiger Familie einschließlich Baby geglückt souverän gemeistert 😁

Tragen sei dank. Hab ich euch schon erzählt, wie toll Tagen für Menschenbabys ist ? Nein, etwa nicht? Hol ich nach, jetzt sind wir auf der Heimfahrt und ich schiebe schnell ein paar Bilder hinterher. Zuhause muss die hungrige Affenbande mit Kokosnüssen versorgt werden. 🐒🐒🐒🐒🐒

Nähen – Absolute Beginner’s Choice

Wie ich zum Nähen kam…

So der Handarbeits-Junkie war ich noch nie, hab es zwar ganz gern gemacht, wenn mir wer gezeigt hat, wie Stricken, Häkeln und Co. geht, aber davon abgekommen bin ich dann auch immer recht schnell.

Nun gab es da diese süße türkisfarbene Babyhose mit Dinos drauf, aus weichem Jerseystoff mit Bündchen, in die ich mich im Dezember, 3 Monate vor der zu erwartenden Geburt der Babymaus, verliebt habe. Das erste Teil, dass ich irgendwie haben musste auf der Handarbeitsbörse unseres dörflichen Weihnachtsmarktes. Geizkragen wie ich bin, habe ich vor dem Kauf erst noch eine Denkrunde gedreht, auch wenn die 13 Euro gut zu verschmerzen waren.

Das Baby kam, doch der Gedanke blieb: „Du hast doch ne Nähmaschine, das kriegst du bestimmt auch selbst hin!“

Erster Materialcheck: Eine Kiste voll festem Ikea-Stoff, eine recht einfache Pfaff-Hobby-Nähmaschine ohne Obertransport und Nähfußdruck-Einstellung, aber immerhin zwei Overlockstiche und Zierstiche im Programm. Sollte gehen.

01.05.2016: RAS die Erste – das Schnittmuster

Wie also anfangen ? Durch meine Freundin Nancy, selbst begeisterte DIY-Bastlerin, wusste ich zumindest schonmal, dass ich mit der Suche nach dem gewünschten Schnittmuster starten muss.

Nach kurzer Recherche a la „gratis Schnittmuster Babyhose“ bin ich dann auf die RAS von Naehfrosch gelandet und beschloss, die zum Test erstmal mit dem existenten festen Jeans-Look-Stoff und Gummizug zu nähen. Gesagt, getan, der s/w-Bruder druckte fleissig die Seiten in Originalgröße zum Zusammenkleben aus und ich übertrug die gewünschte Größe 62/68 dann auf hochprofessionelles Backpapier zum Ausschneiden.Ok, zugegeben, beim Thema „Fadenlauf“ und „Stoffbruch“ musste ich dann passen und betätigte erstmal den Googl-o-maten, um meine Wissenslücke zu füllen. Ah ja, Fadenlauf ist die Richtung mit der kleineren Dehnbarkeit, bzw. auch Richtung des Musters und erkennbar an der Webkante. Irgendwann, Stunden später, war es dann geschafft, Baby rein, passt, sogar mit Stoffwindel-Hintern 😉 Yay, das erste Nähprojekt war im Kasten !

08.05.2016: Stoffladen – 1st time

Der obligatorische Besuch im Stoffladen mit meiner Lilielse bereitete uns ein bisschen Entscheidungsprobleme – so viele süße Jerseystoffe – und hey!, siehe da, auch der eingangs erwähnte türkise Dino-Stoff ist dabei ! Geworden ist es dann 1m Prinzessinchen-Stoff auf Rosa sowie ein reduziertes Reststück mit Schminkesachen auf Grau sowie ein Set Jerseynadeln. Halt, und pinke Bündchenware, fast vergessen, auch ein Posten auf unserem Bon… Lili war dann stinkig, dass ich „nur“ 2 Stoffe genommen und sie zu allem Übel nicht mit entscheiden lassen habe – immerhin wollte sie auch einen von den teuren Stoffen wählen ! Da ich mich aber kenne, wollte ich erstmal schauen, ob die Näherei mit meinen Fähigkeiten und Mitteln überhaupt Früchte trägt, bevor ich ein halbes Stofflager zuhause horte. Aber erzähl‘ das mal ner 9-Jährigen… erwarte aber kein Verständnis!

30.05.2016: Project Splitpants…

Nächster Streich war dann, mein eigentliches Ziel der Näherei, eine Splitpants selbst zu nähen, denn da schrie mein Geizkragenherz laut auf, als der reguläre DaWanda-Preis einer Schlitzhose bei  „skandalösen“ 25 € gerade mal losging. Ne, da mach ich’s mir lieber selbst 🙂 (Nix für ungut, Handarbeit soll und muss ihren Preis haben, aber der Geizkragen in mir lässt nunmal nicht mit sich reden, darum steht das Wort „skandalös“ in Gänsefüßchen 🙂 )

 

Grundlegendes Schnittmuster für die Splitpants war das über die FB-Windelfrei-Gruppe im Probenähen befindliche Splitpants-Tutorial von Creativologie. Ehm, halt, stopp, da steht ja drin, dass ich ein Hosenschnittmuster brauche… mist! Die RAS ? Zu einteilig und ich noch zu ungeübt zum Improvisieren… ein anderes kostenloses ? Nix gefunden… Gut, wegen akzeptablem Erprobungsstatus wurde es dann die Checkerhose, mein erstes ausgegebenes Geld für ein SM, und es sollte sich rentieren. Für die Split-Version wird der Stoff nicht im Bruch geschnitten und die Einzelbeine zur Überlappung des Split-Bereiches noch verlängert. Eine vor allem auch zeitliche Herausforderung, aber irgendwie meditativ 😀 war für mich das Schrägband, welches ich mir aus dem Jerseystoff selbst zurecht gebügelt habe, damit der Schrittbereich durch optisch abhebendes Schrägband nicht gleich auf 5km schreit „ich bin eine Schlitzhose“. (Jetzt habe ich mir Schrägbandformer geleistet, aber noch nicht getestet). Und zur Erholung habe ich dann noch eine einfache Checkerhose aus dem Prinzessinchen-Stoff genäht, easy (aber ich brauchte immer noch lange)

03.06.2016: Passendes T-Shirt zur Splitpants

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Da noch genug Stoff übrig war, sollte ein Baby-Shirt passend zur selbst gefertigten Abhaltehose her. Hier fand ich als Basis-Schnittmuster das Freebook ReBoBo (RegenBogenBody) von Schnabelina und habe daraus ein Shirt mit amerikanischem Ausschnitt genäht. Könnte zwar etwas länger sein und ein Bauchbündchen gegen das dauernde Hochrutschen empfiehlt sich, aber sonst töfte – ich war stolz wie Oskar!

 

 

14.06.2016: Auftrag Jogginghose für Lili

Jetzt war es fällig, die 9-Jährige mit Konfektionsgröße 134 wollte dann auch mal ein Mama-macht’s-Unikat geschneidert bekommen. Auserkorenes Schnittmuster wurde das Freebook „Mottihose“ von Made for Motti, welches sogar bis Gr. 164 geht.

09.06.2016: Besuch im Stoffladen, die Zweite – diesmal einer mit halben Preisen und akzeptabler Auswahl an süßen Stoffen – Jay, Shopping ! Das wir diesmal doppelt soviel ausgegeben haben wie bei dem letzten Besuch, betone ich an dieser Stelle nicht weiter 😉

Mit dabei: Roter Affenstoff (mag ich), Pinke-Autos-Stoff, SchwarzeKirsch-Stoff (yummy, cherries! wird ne Mütze für Oma draus 🙂 ), Magentafarbener Uni-Stoff + Magentafarbener Stoff mit weissen Punkten (mag Lili). Nicht zu vergessen passende Bündchenware in Grau, Rot, Pink und Lila mit Stäääärnen. Gsd hat mein Männe sich nicht mokiert oder gar ein Stoff-Shop-Verbot ausgesprochen ;D

16.06.2016: Morgen ist Rückbildungsgymnastik ! Schnell ein neues Babyoutfit daher !

Dachte ich mir so und richtete mir dann gegen 23 Uhr meinen Nähplatz am Esstisch ein, um ‚flugs‘ eine RAS-Babyhose und eine Checkerhose nebst passendem Wende-Sabberlätzchen zu zaubern. Inzwischen mit verbesserter Ausstattung, aufgestockt um einen Rollen-Stoffschneider mit Schneidematte, Prym Trickmarker zum Anzeichnen (habe vorher Kuli benutzt *g*) und Schrägbandformer, konnte ich ein bisschen Zeit beim AUsschneiden sparen, hatte in dieser Nacht aber dennoch nicht sooo viel Schlaf. Und nein, es war nicht das Baby schuld, das hat sich irgendwie angewöhnt, nur 1x in der Nacht gestillt werden zu wollen. Bin immer noch ganz baff, ein durchschlafendes Stillkind, wo gibt’s denn sowas ?!

Nickerchen und die Definition von Windelfrei

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Windel“frei“ beginnt im Kopf, sage ich immer.

Mit der Einsicht, dass ein Baby bewusst ablehnen könnte, in seine Leibwäsche zu urinieren und zu koten.

Und ist es da erstmal angekommen, gibt es einem die Freiheit, das Baby auch mal stressfrei untenrum nackig zu lassen, ohne eine Art „tickende Zeitbombe“-Gefühl. So geht es mir zumindest, und das ist ein schönes Gefühl, mein Baby ist bereits ab Geburt so mündig, es kann auf diese Weise mit seinen „Geschäften“ umgehen, wenn wir ihm (oder ihr) die Chance dazu geben.

So wie jetzt gerade, während ich diesen Beitrag verfasse und die Maus mit ihren 14 Wochen ohne Windel im Stubenwagen schläft. Im Schlaf pieselt sie nicht, das regelt ein Hormon namens ADH, sie wird also mindestens kurz wach werden vorm Pieseln und sich meistens auch bemerkbar machen, so bleibt fürs Abhalten genügend Zeit. Ganz entspannt, mit Ankündigung fürs Baby, wir wollen ja niemanden schocken 😉

Signale des Babys
Z.B. Strampeln, mit den Armen wedeln / hauen, den Kopf hin und her drehen, oder nachts auch im Schlaf unruhig werden, doch statt sich durch Stillen zu beruhigen, wird an der Brust nur angedockt, kurz gesaugt, wieder losgelassen usw., weil nicht der Hunger die Unruhe hervor ruft, sondern der Pipidrang, aber wir haben nicht gelernt, dem Baby das zuzutrauen…“Das geht doch gar nicht!“

Doch – denn ich weiss, es lässt nicht einfach laufen, weil es das Pipi eh nicht merken und kontrollieren könnte, wie viele glauben.

Schade, denn durchdenkt euch mal Folgendes:

Mein Baby fühlt Hunger
Mein Baby fühlt Schmerz
Mein Baby fühlt Berührung
Mein Baby fühlt Kälte / Wärme

Mein Baby fühlt aber nicht, wenn es Pipi muss ?!

Die Sehfähigkeit meines Babys reift nach der Geburt im Laufe der ersten Monate bis zur Perfektion heran, doch es kann von Geburt an mit seinen Augen sehen.

Alle nötigen Muskeln zur Bewegung der Gliedmaßen sowie zur Drehung des Kopfes  müssen sowohl Kraft als auch Koordination trainieren, um gegen Ende des ersten Lebensjahres laufen zu lernen, und trotzdem kann das Baby ab Geburt Arme und Beine bewegen.

Seine Schließmuskeln kann das Baby aber nicht vor dem zweiten bzw. dritten Lebenjahr einsetzen ?!

Na, welchen Nutzen hätte das aus Sicht der Natur für die Gattung Mensch gehabt – keinen, nehme ich an. Und Windelhersteller gab es damals noch nicht 😉.

Es verhält sich laut meiner Erfahrung mit drei Teilzeit-Windelfreien (und in 2 Fällen früh sauberen) Kindern eher gegenteilig.

So läuft das mit dem Schließmuskel im echten Leben – meine These:

So wie alle aktiv ansteuerbaren Muskeln auch, kann das Baby von Geburt an ebenfalls auf die Schließmuskeln zugreifen, macht es genauso bewusst oder unbewusst, wie es dies anfangs mit Armen und Beinen macht und wächst mit seinen Aufgaben.

Es merkt einsetzenden Harndrang und zeigt instinktiv, dass da „was im Busch“ ist, sucht die Bestätigung der Eltern, um bewusst am richtigen Ort loszulassen, denn das ist zum Pieseln nötig.Die Blase läuft auch bei Babys nicht einfach „aus“.

[Soso, mal eben quergelesen: Die volle Blase sendet ein Signal ans Gehirn, und das sagt dem Schließmuskel der Blase reflexartig „jetzt entspannen“ – das Baby pinkelt lt. Wissenschaft also doch hirnlos in der Gegend rum 🙂 Glaubt mir also nicht, denn gegen die wissenschaftliche Studien, auf denen das Gelehrten-Wissen fußt, können meine empirischen Erfahrungen mit drei Babys nicht anstinken.
Wie mit der Hummel: Wenn die wüsste, dass sie rein physikalisch nicht fliegen können dürfte, würde sie wahrscheinlich wie ein Stein vom Himmel fallen. Da sie es aber nicht weiss, fliegt sie frank und frei von einer Blüte zur Anderen.
Wie schön die Natur doch ist, wenn man sie einfach mal lässt. :D]

Aus dem Alltag mit einem Neugeborenen:
Wer kennt das nicht, da legt man das Neugeborene zum Windelwechsel (Ieeeh, Mekonium ;P) auf den  Wickeltisch, öffnet die Windel, und als ob es nur drauf gewartet hätte, pieselt es genau dann los. Nicht einmal (Zufall!), nein auch bei ganz vielen anderen Boxenstopps…
(Das war es übrigens, was mich bei meiner Motte wieder zum Windel“frei“ gebracht hat – „Wenn sie mich eh bei jedem Windeln versucht, anzupinkeln, kann ich sie ja direkt übers Waschbecken halten…“. Vor der Geburt habe ich nach 10 Jahren Babypause schlichtweg nicht mehr dran gedacht, dass ich ja wieder Windel“frei“ machen könnte.)

Theorie-These Teil 2:

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Klassisches „Poopface“ kündigt das große Geschäft an…

Bekommt das Baby nun positives Feedback, wird es im Laufe der Zeit deutlicher signalisieren und findet es völlig normal, dann auch mal bis zum nächsten Abhalten einzuhalten, vorausgesetzt, die Eltern brauchen nicht zu lange 🙂 Natürlich ist nicht jedes Kind wie das Andere und vor allem auch jede Entwicklungsphase verschieden, es kann sein, dass es manchmal einfach so gar nicht klappen will, weil Baby gar nicht daran denkt, vorm Pieseln oder Schieten zu signalisieren, an anderen Orten oder einfach, wenn die Phase vorüber ist, klappt es wieder super mit dem TöpfchenTeam 🙂

Man macht windel“frei“ aber auch nicht wegen dem Ergebnis, eher ist der Weg das Ziel. Frühes Trockenwerden ist allenfalls ein angenehmer Nebeneffekt, weil das Baby den Kontakt zu seinen Ausscheidungen nicht erst verlieren muss, da wir es durch das Abhalten ermutigen, uns seine Pipi/Aa-Bedürfnisse weiterhin mitzuteilen. Eine Garantie gibt es natürlich nicht.

Wenn nun aber, wie bei uns ganz normgerecht, das Baby von Geburt an in supersaugfähigen Wegwerfwindeln gewickelt wird, merkt und signalisiert es zwar seine Notdurft, bekommt aber kein Feedback und lernt mit der Zeit, dass es nicht nötig ist, Signale zu geben, dass es ohne Rückmeldung an jedem Ort „laufen“ lassen darf, denn das Klo (= der erwünschte Ort) ist ja direkt am Körper. Das Fehlen einer unangenehmen Konsequenz nach dem Pieseln, z.B. durch nassen, kalten Stoff am Popo, verstärken das „Verlernen“ bzw. Ausblenden der Wahrnehmung „rund um den Schließmuskel“.

In der Folge verlernt das Baby mehr oder weniger mühsam sein Gefühl für die „Windelzone“, wie wir es wünschen, um dann in seinem ~3. Lebensjahr von uns dazu angehalten zu werden, dies doch wieder zu entdecken.

Verrückte Welt, aber Firmen wie Pampers & Co. sehen dies durchaus mit Wohlwollen.

Geil finde ich die Aussage von Pampers in ihrer FAQ-Section, in der auf die Frage der Ökobilanz der direkte Vergleich von Wegwerfwindeln mit Stoffwindeln durch das nötige Waschen mit Waschmitteln gleich abschneidet – dass Stoffwindeln aber „biologisch abbaubar“ sind, eine Plastikwindel aber gut 300 Jahre zum Verrotten. Da ist die Wascherei definitiv das kleinere Übel. Ausserdem tragen wir alle auch Kleidung, die waschbar ist, der Vergleich hinkt also.

Mal überschlagen:

6 Windeln pro Tag
42 pro Woche
2.226 pro Jahr
—————-
6.678 Windeln pro Wickelkind auf 3 Jahre.

Uff. Was machen die Deponien damit ?!

Da habe ich mit den Stoffwindeln für mich ein etwas besseres Gewissen. Und freue mich umso mehr über jede Windel, die wir durch unseren Windel“frei“-Weg sparen. Das sind an einem guten Tag 6-8 Stück bei einer Durchschnitt-Füllmenge von 100g (ein Pipi hat bei uns ca. 30g, ein Nachtpipi das Doppelte). Und 100g ist gerade mal eine mäßig „volle“ Pipiwindel (aufgrund der Grauseligkeit der Suchergebnisse nach „Kapazität Wegwerfwindeln“ habe ich meine eigenen Statistiken erstellt, weils mich interessierte.)

SavedPicture-201661820332.jpgZugegeben, die Klospülung wird dann beim Leeren der Töpfchen schon früh mehr betätigt 😉

Und: Ja, es „macht Arbeit“, es ist halt ein Baby, dass auf uns angewiesen ist, das wussten wir bereits bei der Zeugung und wollten es nicht anders, also who cares 😉

Ich sehe es so, unterm Strich macht frühes (Teilzeit-)Windelfrei ähnlichen Aufwand wie konventionelles Sauberwerden, die Arbeit, das Waschen von Backup-Windeln, -höschen und Mulltüchern wie auch das Aufwischen von gelegentlichen Unfällen wird man in beiden Fällen haben – aber beim Windel“frei“ geniesse ich den Vorteil, der Persönlichkeit des kleinen Menschen schon früh eigenständigen Raum zu geben (es nicht nur als hilfloses, stummes „Baby“ zu sehen) und eine tolle, spezielle Beziehung zum kleinen Baby aufbauen zu können, deren Ursprünglichkeit ich so nie wieder erreichen kann.

Wäre doch schade, das nicht ausprobiert zu haben 🙂